Bei kaltem aber immerhin trockenem Wetter konnte ich 12 interessierte und nette Menschen zur Wildpflanzenwanderung begrüßen. Von Bärlauch bis zu jungen Weißdornblättern gibt es jetzt schon viele essbare Wildpflanzen zu entdecken.
Zum Abschluss ließen es sich alle am kleinen "wilden Büffet" gut schmecken.
Für die traditionell am Gründonnerstag gegessene Wildkräutersuppe gibt es verschiedene Rezepte. Dieses ist mein Lieblingsrezept:
Für 4 Personen
100 g Wildkräuter (möglichst 9 verschiedene, z.B. Bärlauch, Brennnessel, Giersch, Gundermann, Knoblauchsrauke, Klettenlabkraut, Löwenzahn, Spitzwegerich, Taubnessel)
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL Butterschmalz
200 ml trockener Weißwein
1 Möhre
200 g mehlige Kartoffeln (geschält gewogen)
1 l Gemüsebrühe
200 g Crème fraîche
100 ml Schlagsahne
Salz, Pfeffer
Frühlingszwiebeln waschen, abtrocknen und in Ringe schneiden. Im Butterschmalz andünsten, dabei nicht bräunen. Mit dem Weißwein ablöschen und einige Minuten einköcheln lassen. Möhre und Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Gemüsebrühe hinzufügen und dann die Möhren- und Kartoffelstücke in die Suppe geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, zum Kochen bringen und etwa 25 Minuten köcheln lassen.
Inzwischen die Wildkräuter waschen, abtrocknen und klein schneiden.
Am Ende der Garzeit den Topf vom Herd nehmen, die Kräuter hineingeben und 1-2 Minuten in der Suppe ziehen lassen. Dann mit dem Stabmixer fein pürieren. Crème fraîche und Sahne in die Suppe geben und alles noch einmal erhitzen (nicht mehr kochen!), wenn gewünscht, mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.
Natürlich schmeckt die Suppe auch mit weniger als 9 Wildkräutern. Besonders lecker ist die Kombination aus Bärlauch und Brennnesseln.
Wildkräuterbrötchen
Für etwa 10 kleine Brötchen
etwa 2 Handvoll Giersch (oder andere Wildkräuter)
300 g Dinkelmehl Type 630
250 g Quark (am besten mit 20 % Fettgehalt)
2 Eier
1 TL Kräutersalz
2 TL Backpulver
Backofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Kräuter wenn nötig waschen und gründlich (!) abtrocknen. Ich ernte meine Wildpflanzen im eigenen Garten und entferne lediglich Schmutzpartikel mit Küchenkrepp oder einem weichen Pinsel. Dann die Kräuter sehr fein zerkleinern, z.B. im Blitzhacker.
Alle Zutaten mit den Knethaken des Rührgeräts oder den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Auf bemehlter Arbeitsfläche mit bemehlten Händen kleine Brötchen formen und nochmals in Mehl wenden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa 40 Minuten backen bis die Brötchen schön goldbraun sind.
Als Aufstrich empfehle ich Kräuterbutter oder Kräuterfrischkäse.
Wildkräuterpesto
Ich bereite Pesto grundsätzlich ohne geriebenen Parmesan oder Peccorino zu, weil es ohne Käse länger haltbar ist. Den Käse kann man direkt vor dem Verzehr frisch gerieben unterrühen. Noch länger haltbar wäre eine Kräuterpaste, d.h., man lässt auch die gemahlenen Nüsse oder Kerne weg und stellt eine Paste aus Kräutern, Zitronensaft, Knoblauch (bei Bärlauch nicht nötig), Salz, Pfeffer und Olivenöl her.
Da ich Pesto immer nach Gefühl zubereite, gibt es keine Mengenangaben. Wenn man das Pesto pur als Brotaufstrich genießen möchte, verwendet man mehr geriebene Kerne/Nüsse und etwas weniger Olivenöl. Wenn das Pesto als Sauce zu Pasta oder Pellkartoffeln verwenden möchte, nimmt weniger Kerne/Nüsse und mehr Olivenöl.
Wildkräuter (gemischt oder sortenrein)
etwas Zitronensaft
1 Knoblauchzehe (nicht bei reinem Bärlauchpesto)
Salz, Pfeffer
gemahlene Kerne oder Nüsse (ich verwende am liebsten Kürbiskerne, Pinienkerne sind unbezahlbar)
kaltgepresstes Olivenöl
Alle Zutaten im Mixer zu einer homogenen Masse verabeiten und in saubere Gläser abfüllen. Dabei ist es wichtig, das Pesto mit einer Schicht Olivenöl gut zu bedecken. Im Kühlschrank hält sich das Pesto mehrere Monate.
Eierlikörkuchen mit Lindenlaubmehl
Um süßem oder herzhaftem Gebäck eine "wilde" Note zu verleihen, ersetze ich gerne 10-15 % des Getreidemehls durch Laubmehl. Dazu werden getrocknete Blätter von Linde, Weißdorn, Birke, Hasel oder Buche im Mixer oder in der elektrischen Kaffeemühle zu feinem Pulver gemahlen. Lindenlaub ist meiner Meinung nach am wohlschmeckendsten.
Für 1 Kastenform
250 g weiche Butter
150 g Puderzucker
Mark von 1 Vanilleschote (oder 1/2 TL Vanillepulver)
1 Prise Salz
4 Eier
112 g Dinkelmehl Type 630
13 g Lindenlaubmehl
125 g Speisestärke
3 TL Backpulver
250 ml Eierlikör
Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Butter mit Zucker, Vanille und Salz schaumig schlagen. Nacheinander die Eier unterrühren. Dinkelmehl, Laubmehl, Speisestärke und Backpulver vermischen. Abwechselnd mit dem Eierlikör unter den Teig rühren. Die Kastenform mit Butter einfetten und den Teig einfüllen. Im vorgeheizten Ofen etwa 50-60 Minuten backen (Stäbchenprobe).
Den Kuchen aus dem Ofen holen, in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und stürzen.
Besonders fein schmeckt der Kuchen, wenn man ihn vor dem Servieren mit selbstgemachtem Blütenzucker bestäubt.



